Geschichte Nageldesign

Schon ca. 3500 v. Chr. war im alten Ägypten die Kunst der Hand- und Nagelverzierung üblich, wie archäologische Funde aus dieser Zeit belegen. So ließen sich damalige Herrscher ihre Nägel, Hände und Füße mit „Henna“, einem Pflanzenextrakt, färben, und von Cleopatra wird berichtet, dass sie modellierte Kunstnägel aus Porzellanpulver trug. Auch waren Nagelpflege und Verschönerung der Nägel ein sichtbares, äußerliches Zeichen für den gesellschaftlichen Stand und Wohlstand der betreffenden Person und wurde als Status- und Schönheitssymbol angesehen. In China war es damals üblich, die Fingernägel mit Reispapier zu kräftigen und zum Schutz und als Zierde silberne oder goldene Fingerkappen zu tragen. Die wohlhabende Gesellschaftsschicht verlängerte ihre Fingernägel sogar mit kostbaren Goldplättchen.

Im Spanien des 14.Jahrhunderts trug die gehobene Gesellschaftsschicht besonders auffallende Fingernägel, die durchaus eine Länge von 20 Zentimetern erreichen konnten. Ende des 19.Jahrhunderts kamen die ersten Maniküresets in Mode, die aus edlem Elfenbein oder kostbaren Edelmetallen angefertigt und mit Polierkissen, Polierpulver, Puder und Creme ausgestattet waren, um die Nageloberfläche zu bearbeiten, zu versiegeln und ihnen strahlenden Glanz zu verleihen.

Das Jahr 1934 überraschte mit den ersten künstlichen Fingernägeln, die den Namen „Nu Nails“ trugen und von Maxwell Lappe, einem Zahnarzt aus Chicago, entwickelt wurden. Mitte der 1950iger Jahre wurden die sogenannten „Spendernägel“ getragen. Hierbei handelte es sich um echte Naturnägel, die mit Hilfe eines Klebers an den eigenen Nägeln befestigt wurden. Diese Methode heißt „Full-Size-Technik“ und wird heute noch durchgeführt, allerdings werden keine Naturnägel verwendet, sondern künstliche Nägel eingesetzt. Als „Pattinail“ wurde eine Methode genannt, bei der eine Schablone genau unter die Nagelspitze geschoben und mit Acryl künstlich verlängert werden konnte. Dieses Verfahren entwarf Thomas Slack im Jahre 1957.

Ende der 1960iger und zu Beginn der 1970iger Jahre kamen in Amerika die ersten künstlichen Fingernägel auf den Markt und lösten dort große Begeisterung aus. In den 1970iger Jahren wurde die Qualität der Kunstnägel und Nagelverlängerungen immer weiter verbessert. Die Haltbarkeit und Belastbarkeit der Nägel stieg ohne dass ihr natürliches Aussehen beeinträchtigt wurde. In dieser Zeit lagen in Amerika extrem lange Nägel im aktuellen Modetrend. Von Amerika aus eroberten die Kunstnägel schließlich auch Europa, wo sie ebenfalls begeistert angenommen wurden.

Seit dem Jahre 1984 wird bei der Nagelmodellage hauptsächlich mit der Lichthärtungstechnik gearbeitet. Das lichthärtende, transparente Gel  ist eine Entdeckung, die aus der Zahnmedizin und der Prothetik (Wissenschaft die sich mit der Herstellung von Prothesen beschäftigt) stammt, es ist völlig unbedenklich, lässt sich sehr gut verarbeiten, greift den Nagel nicht an und verleiht ihm eine natürliche Optik.